Wie lange dauert ein Hausverkauf in Bremen?

Altbremer Haus mit roter Klinkerfassade in Bremen, davor ein gelber Maklergalgen mit weißer Aufschrift „VERKAUFT“.
4 Wochen bis zum Notartermin – oder 12 Monate ohne Angebot? Die Verkaufsdauer hängt von drei Faktoren ab: Preis, Zielgruppenansprache und Präsentation. Wir zeigen, wie Sie Ihren Verkauf beschleunigen.
Inhalt

Was die Verkaufsdauer beeinflusst

Der Preis

Der Angebotspreis ist der wichtigste Hebel. Eine empirische Studie der Kreissparkasse Köln auf Basis von über 1.000 Immobilienverkäufen zeigt den Zusammenhang:

AngebotspreisØ VermarktungsdauerØ Verkaufspreis
Bis 5 % über Marktwertca. 2 Monateca. 99 % des Marktwerts
10 % über Marktwertca. 9 Monateca. 97 % des Marktwerts
20 % über Marktwertüber 12 Monateca. 85 % des Marktwerts

Wer zu hoch einsteigt, verliert am Ende oft beides – Zeit und Geld.

Quelle: Empirische Marktbericht-Studie der Kreissparkasse Köln, 2023

Die Zielgruppe

Jede Immobilie hat ihre Käufer. Entscheidend ist, dass Sie diese erreichen.

ObjekttypZielgruppeAnsprache
Modernisiertes EinfamilienhausFamilien, SelbstnutzerEmotional, Lifestyle-Bilder
Sanierungsbedürftiges ObjektInvestoren, SaniererPotenzial betonen, nüchterne Zahlen
MehrfamilienhausKapitalanlegerRenditekennzahlen, Mietübersicht
Altbremer HausLiebhaber, lokale KäuferCharme und Geschichte

Die Lage

Die Lage beeinflusst vor allem den erzielbaren Preis. In gefragten Stadtteilen wie Schwachhausen oder Findorff sind höhere Preise durchsetzbar. In sehr abgelegenen Lagen gibt es tatsächlich weniger Interessenten – hier zählt eine angemessene Preisvorstellung umso mehr.

Die Qualität der Vermarktung

Eine durchdachte Vermarktung macht den Unterschied zwischen „monatelang inseriert“ und „in wenigen Wochen verkauft“:

  • Professionelle Fotos: Der erste Eindruck entscheidet, ob Interessenten weiterlesen oder weiterscrollen.
  • Aussagekräftiges Exposé: Informativ, ehrlich und auf die Zielgruppe zugeschnitten.
  • Breite Kanalauswahl: Portale, Social Media, lokale Netzwerke, vorgemerkte Suchkunden.
  • Schnelle Reaktionszeiten: Wer Anfragen tagelang liegen lässt, verliert Käufer an die Konkurrenz.

Ein gut vernetzter Makler mit gepflegter Suchkundenkartei kann oft schon vor der öffentlichen Vermarktung passende Käufer ansprechen – und so die Verkaufsdauer deutlich verkürzen.

Die Nachfrage im Preissegment

PreissegmentNachfrage in Bremen
Bis 250.000 €Sehr hoch
250.000–450.000 €Hoch
450.000–700.000 €Mittel
Über 700.000 €Spezialisiert

Objekte im mittleren Segment sind am gefragtesten, weil sie für viele Käufer finanzierbar sind. Im Luxussegment dauert die Käufersuche in der Regel länger.

Der Ablauf: Von der Vorbereitung bis zur Übergabe

Phase 1: Vorbereitung

Bevor Ihre Immobilie auf den Markt kommt, müssen die Grundlagen stimmen:

  • Marktwertermittlung: Was ist die Immobilie tatsächlich wert? Eine fundierte Bewertung verhindert Fehleinschätzungen und spätere Preiskorrekturen.
  • Unterlagen beschaffen: Grundbuchauszug, Energieausweis, Baupläne, Flurkarte, ggf. Teilungserklärung. Wer alles parat hat, beschleunigt die Kaufentscheidung.
  • Wohnfläche berechnen: Exakt nach aktueller Wohnflächenverordnung.
  • Strategie festlegen: Welche Käufer wollen Sie erreichen und über welche Kanäle?
  • Objekt vorbereiten: Sauberkeit, kleinere Reparaturen und ein gepflegter Außenbereich hinterlassen einen positiven ersten Eindruck.

Wichtig: Beginnen Sie frühzeitig – fehlende Dokumente verzögern den gesamten Prozess.

Phase 2: Vermarktung

Jetzt wird Ihre Immobilie sichtbar:

  • Exposé erstellen: Aussagekräftige Fotos und ein informativer Text wecken Interesse, schon bevor der Besichtigungstermin steht.
  • Kanäle bespielen: ImmoScout24, Immowelt, Social Media, vorgemerkte Suchkunden, lokale Netzwerke.
  • Anfragen qualifizieren: Nicht jeder Interessent ist ein ernsthafter Käufer.
  • Besichtigungen durchführen: Einzeltermine mit vorqualifizierten Interessenten. Seien Sie flexibel, auch abends und am Wochenende.

Die ersten 14 Tage zählen: Frisch inserierte Immobilien erhalten den Großteil ihrer Anfragen in den ersten zwei Wochen. Exposé und Preis müssen von Anfang an stimmen.

Phase 3: Verhandlung

Sie haben ernsthafte Interessenten – jetzt geht es ums Geld:

  • Angebote bewerten: Nicht nur die Höhe zählt, auch Zuverlässigkeit und Kaufbereitschaft.
  • Finanzierung klären: Zahlungsfähigkeit vor dem Notartermin prüfen.
  • Verhandeln: Mit Fingerspitzengefühl zum bestmöglichen Ergebnis.
  • Einigung: Handschlag und Notartermin vorbereiten.

Wichtig: Die Finanzierung ist einer der häufigsten Gründe, warum Verkäufe in letzter Minute platzen. Um das zu vermeiden, sollten Sie vor dem Notartermin klären, ob der Käufer zahlungsfähig ist:

  • Kauf aus Eigenkapital: Bankbestätigung über vorhandenes Guthaben.
  • Kauf mit Finanzierung: Objektbezogene Finanzierungszusage der Bank (diese kann erst erteilt werden, wenn der Bank die Objektunterlagen vorliegen).

Phase 4: Abwicklung

Der formale Abschluss:

  • Notartermin: Beurkundung des Kaufvertrags.
  • Auflassungsvormerkung: Eintragung im Grundbuch zum Schutz des Käufers.
  • Kaufpreiszahlung: Überweisung auf Ihr Konto.
  • Übergabe: Begehung, Protokoll, Schlüsselübergabe.
  • Eigentumsumschreibung: Eintragung des neuen Eigentümers im Grundbuch.

Die Übergabe erfolgt in der Regel direkt nach Zahlungseingang – nicht erst nach der Eigentumsumschreibung.

Häufige Fehler, die den Verkauf verzögern

Einige Fehler kosten nicht nur Zeit, sondern auch bares Geld:

FehlerKonsequenz
Unrealistische PreisvorstellungImmobilie „verbrennt“ am Markt, Verkauf am Ende oft unter Wert – Käufer zahlen für Lage und Zustand, nicht für Erinnerungen
Schlechte FotosInteressenten scrollen weiter, bevor sie das Exposé lesen
Fehlende UnterlagenVertrauen geht verloren, Kaufentscheidung verzögert sich
Falsche ZielgruppenanspracheSanierungsobjekt an Selbstnutzer vermarkten kostet Monate

Was tun, wenn der Verkauf stockt?

Steht Ihre Immobilie seit Monaten ohne ernsthaftes Angebot? Diese fünf Schritte helfen weiter:

1. Feedback auswerten

Was sagen Interessenten nach der Besichtigung? Deren Einwände liefern wertvolle Hinweise auf Schwachstellen in Preis, Präsentation oder Objektzustand.

2. Preis überprüfen

Vergleichen Sie mit tatsächlichen Verkäufen ähnlicher Objekte – nicht mit anderen Angebotspreisen. Der Markt lügt nicht. Ein zu hoher Preis ist der häufigste Grund für lange Vermarktungszeiten.

3. Präsentation hinterfragen

Wie wirkt Ihr Exposé im Vergleich zur Konkurrenz? Manchmal reicht ein professionelles Foto-Shooting, um die Anfragen zu vervielfachen. Auch die Textqualität und Vollständigkeit der Objektbeschreibung spielen eine wichtige Rolle.

4. Kanäle erweitern

Neben den großen Portalen können lokale Netzwerke oder eine Suchkundenkartei zusätzliche Interessenten bringen. Prüfen Sie, ob alle relevanten Plattformen genutzt werden.

5. Professionelle Unterstützung holen

Ein erfahrener Makler mit Marktkenntnis und Netzwerk kann den entscheidenden Unterschied machen – besonders wenn Sie bereits mehrere Monate erfolglos vermarktet haben.

Fazit

Ein Hausverkauf in Bremen dauert im Durchschnitt 3 bis 6 Monate. Ob es schneller geht, hängt vor allem von drei Dingen ab:

  • Preis: Am Markt orientiert, nicht an Wunschvorstellungen.
  • Zielgruppe: Die richtigen Käufer über die passenden Kanäle erreichen.
  • Aufbereitung: Immobilie, Exposé und Unterlagen überzeugen lassen.

Stimmen diese drei Faktoren, ist ein Verkauf innerhalb von 3 Monaten realistisch.

Bereit für den nächsten Schritt?

Wir beraten Sie zum optimalen Verkauf Ihrer Immobilie in Bremen – von der Bewertung bis zur Schlüsselübergabe.

Häufige Fragen:

In Bremen dauert ein Hausverkauf im Regelfall zwischen drei und sechs Monaten. Je besser die Immobilie vorbereitet ist und je realistischer der Preis angesetzt wird, desto schneller geht es. Gut positionierte Objekte finden oft schon innerhalb weniger Wochen einen Käufer.
Der wichtigste Grund für lange Verkaufszeiten ist ein überhöhter Angebotspreis. Interessenten vergleichen Angebote sehr genau, und ein zu hoher Einstiegspreis führt unmittelbar zu geringerer Nachfrage. Dadurch verliert das Inserat an Attraktivität, und am Ende muss häufig unter Marktpreis verkauft werden.

Der richtige Verkaufspreis lässt sich nur durch eine professionelle Bewertung bestimmen – entweder durch einen erfahrenen Makler oder einen unabhängigen Gutachter. Nur sie haben Zugriff auf verlässliche Marktdaten und können den tatsächlichen Wert der Immobilie realistisch einschätzen.

Für einen reibungslosen Verkauf benötigen Sie mindestens den Grundbuchauszug, den Energieausweis, Grundrisse, eine Wohnflächenberechnung, die Flurkarte sowie bei Eigentumswohnungen die Teilungserklärung und relevante Protokolle. Fehlende Unterlagen führen oft zu Verzögerungen und können Interessenten verunsichern.
Eine Renovierung ist nicht zwingend notwendig. Häufig reichen Sauberkeit, Ordnung, Gartenpflege und kleine kosmetische Maßnahmen aus, um den Gesamteindruck deutlich zu verbessern. Größere Renovierungen sollten nur dann erfolgen, wenn sie den Wert nachweislich steigern oder für Käufer entscheidend sind.
Ein professionell erstelltes Exposé sorgt für mehr Aufmerksamkeit, mehr Anfragen und eine bessere Wahrnehmung des Objektwerts. Besonders hochwertige Fotos erhöhen die Klickrate deutlich und führen dazu, dass sich ernsthafte Interessenten intensiver mit der Immobilie beschäftigen.
Die Zahlungsfähigkeit lässt sich durch einen Eigenkapitalnachweis oder eine objektbezogene Finanzierungszusage der Bank klären. Diese Unterlagen sollten spätestens vor dem Notartermin vorliegen, um spätere Überraschungen oder fehlgeschlagene Verkäufe zu vermeiden.
Wenn mehrere Interessenten parallel ernsthaftes Interesse zeigen, ist eine strukturierte Kommunikation entscheidend. Verkäufer sollten die Angebote nacheinander prüfen, die Zahlungsfähigkeit klären und sich für das zuverlässigste Gesamtpaket entscheiden. Transparente Rückmeldungen an alle Beteiligten verhindern Missverständnisse und sorgen für einen fairen Verkaufsprozess.
Ein Verkauf ohne Makler ist möglich, aber deutlich zeit- und arbeitsintensiver. Ein erfahrener Makler bringt Fachwissen, Marktkenntnis, ein professionelles Netzwerk und eine zielgerichtete Vermarktung ein. Dadurch steigt die Chance auf einen schnellen Verkauf und einen optimalen Preis.

Nach der notariellen Beurkundung erfolgt die Eintragung der Auflassungsvormerkung im Grundbuch, anschließend wird der Kaufpreis fällig. Nach Zahlung findet die Übergabe der Immobilie statt. Die endgültige Eigentumsumschreibung im Grundbuch erfolgt erst später, spielt aber für die Übergabe in der Regel keine Rolle.

Ihr Experte für Bremen und das Umland

Erwin Stripling – Gründer & Inhaber von Stripling Immobilien

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