Der Ablauf im Überblick: sechs Phasen bis zum Notartermin
Ein Immobilienverkauf in Bremen läuft in sechs Phasen ab. Vom ersten Gespräch bis zur Beurkundung vergehen bei marktgerechtem Preis drei bis sechs Monate, von der Beurkundung bis zum Geld auf dem Konto weitere vier bis acht Wochen.
- Wertermittlung: Am Anfang steht die Frage, was die Immobilie wert ist. Grundlage sind vergleichbare Objekte aus demselben Stadtteil, die zuletzt tatsächlich verkauft wurden – daraus entsteht der Angebotspreis.
- Vorbereitung: Die längste Phase vor der Veröffentlichung: Unterlagen zusammentragen, Wohnfläche neu aufmessen, Energieausweis erstellen. Der Engpass ist fast immer die Bauakte.
- Vermarktung: Erst entstehen Fotos und Exposé, dann geht die Immobilie hinaus – an vorgemerkte Interessenten, in die Portale und in die Nachbarschaft.
- Besichtigungen: Jetzt zeigt sich, wer es ernst meint. Entscheidend ist, die Finanzierung zu klären, bevor der erste Termin stattfindet.
- Kaufpreisverhandlung: Angebote kommen herein und werden auf zweierlei geprüft: auf den Preis und auf die Finanzierung dahinter.
- Notartermin und Übergabe: Der Kaufvertrag wird beurkundet, die Auflassungsvormerkung eingetragen, der Kaufpreis gezahlt, der Schlüssel übergeben.
Auffällig ist, wie viel geschieht, bevor die Immobilie überhaupt sichtbar wird. Das ist kein Umweg: Die ersten beiden Phasen entscheiden über das Ergebnis, alles danach ist Handwerk.
Phase 1 – Wertermittlung: woher der richtige Preis kommt
Wenn ein Verkauf in Bremen nicht rundläuft, liegt es überraschend oft am Startpreis – und nicht an der Lage, an den Fotos oder am Markt. Das ist die Beobachtung aus über 190 begleiteten Verkäufen (Stand August 2026).
Der Mechanismus dahinter ist unangenehm einfach. Eine Immobilie hat genau einmal die volle Aufmerksamkeit des Marktes: in den ersten Tagen nach der Veröffentlichung. Wer in dieser Phase zu teuer ist, wird von genau den Menschen nicht gesehen, die das Objekt am ehesten kaufen würden – ihre Suchfilter enden unterhalb des Preises. Übrig bleiben Interessenten, die vergleichen und feststellen, dass es anderswo mehr fürs Geld gibt. Dann bleibt die Immobilie stehen, und mit jeder Woche verschiebt sich die Verhandlungsposition zum Käufer: Wer sieht, dass ein Objekt seit vier Monaten inseriert ist, vermutet einen verborgenen Mangel und bietet entsprechend weniger.
Der Bremer Markt 2026: die Datengrundlage
Im Berichtsjahr 2025 wurden in Bremen 6.519 Kaufverträge registriert – 13,4 Prozent mehr als im Vorjahr, als es 5.751 waren. Der Geldumsatz stieg von 1,657 auf 2,134 Milliarden Euro. Besonders kräftig legten Eigentumswohnungen zu: Ihre Zahl stieg um 22,5 Prozent von 2.766 auf 3.388 Kauffälle.
Alle Zahlen in diesem Abschnitt stammen aus dem Grundstücksmarktbericht Bremen 2026 des Gutachterausschusses für Grundstückswerte. Sie beruhen auf tatsächlich beurkundeten Kaufpreisen aus der Kaufpreissammlung, nicht auf Angebotspreisen aus Internetportalen. Was jemand fordert und was am Ende gezahlt wird, sind zwei verschiedene Zahlen.
Ein Reihenhaus aus dem Altbestand wechselte im Mittel für 303.000 Euro den Besitzer, 6,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Doppelhaushälften lagen bei 295.000 Euro (+8,5 Prozent), freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser bei 365.000 Euro – und damit 7,4 Prozent unter dem Vorjahreswert. Über alle drei Haustypen hinweg ergibt sich ein Durchschnitt von 331.000 Euro nach 314.000 Euro im Jahr davor.
Bei Eigentumswohnungen rechnet der Markt in Quadratmetern: Weiterverkäufe erzielten im Mittel 2.520 Euro je m² (+7 Prozent), Neubauwohnungen 5.370 Euro je m² und damit 8,8 Prozent weniger als 2024. Ein Mehrfamilienhaus ohne Gewerbeanteil kostete im Schnitt 897.000 Euro bei 479 m² Wohnfläche, was 1.870 Euro je m² entspricht.
Schon diese Aufzählung zeigt, dass „der Bremer Markt“ als Einzahl irreführend ist. Doppelhaushälften haben um 8,5 Prozent zugelegt, freistehende Häuser um 7,4 Prozent verloren – im selben Jahr, in derselben Stadt.
Was ein Reihenhaus in Ihrem Stadtteil kostet
Noch größer sind die Unterschiede innerhalb Bremens. Reihenhäuser machen 58 Prozent dieses Marktsegments aus – sie sind die Bremer Objektart. Die folgende Tabelle zeigt alle Reihenhaus-Weiterverkäufe des Berichtsjahres 2025, aufgeschlüsselt nach Stadtteil und sortiert nach dem Quadratmeterpreis:
| Stadtteil | Preis je m² Wohnfläche | Kaufpreis | Wohnfläche | Verkäufe |
|---|---|---|---|---|
| Schwachhausen | 3.581 € | 668.000 € | 187 m² | 62 |
| Mitte | 3.265 € | 495.000 € | 162 m² | 16 |
| Oberneuland | 3.129 € | 396.000 € | 128 m² | 8 |
| Östliche Vorstadt | 3.105 € | 453.000 € | 150 m² | 83 |
| Findorff | 3.023 € | 362.000 € | 123 m² | 55 |
| Horn-Lehe | 2.819 € | 334.000 € | 120 m² | 49 |
| Obervieland | 2.603 € | 297.000 € | 117 m² | 106 |
| Vahr | 2.600 € | 243.000 € | 95 m² | 37 |
| Huchting | 2.288 € | 222.000 € | 99 m² | 69 |
| Walle | 2.277 € | 259.000 € | 120 m² | 118 |
| Neustadt | 2.274 € | 334.000 € | 150 m² | 98 |
| Osterholz | 2.197 € | 248.000 € | 114 m² | 74 |
| Hemelingen | 2.130 € | 257.000 € | 126 m² | 68 |
| Burglesum | 2.025 € | 223.000 € | 112 m² | 39 |
| Gröpelingen | 1.968 € | 198.000 € | 106 m² | 123 |
| Woltmershausen | 1.836 € | 242.000 € | 136 m² | 48 |
| Blumenthal | 1.803 € | 203.000 € | 124 m² | 23 |
| Vegesack | 1.725 € | 180.000 € | 105 m² | 38 |
Für Borgfeld weist der Bericht 2025 nur einen einzigen Reihenhausverkauf aus; der Wert ist deshalb hier nicht aufgeführt.
Zwischen Schwachhausen und Vegesack liegt beim Quadratmeterpreis der Faktor 2,1 – für dieselbe Objektart, in derselben Stadt. Ebenso aufschlussreich ist die Spalte daneben: In Woltmershausen sind Reihenhäuser mit 136 m² im Schnitt deutlich größer als in Findorff mit 123 m², kosten aber rund 120.000 Euro weniger. Quadratmeterpreis und Gesamtpreis erzählen also nicht dieselbe Geschichte – wer nur auf einen von beiden schaut, verschätzt sich.
Der Befund, der überrascht: Die normalen Wohnlagen haben gewonnen
Vergleicht man die Preisentwicklung zwischen bevorzugten Wohnlagen und normalen Stadtlagen, kehrt sich die Erwartung um. Bei Reihenhäusern legten die normalen Stadtlagen um 8,2 Prozent zu, die bevorzugten nur um 2,3 Prozent. Bei Doppelhaushälften stehen 6,9 gegen 4,0 Prozent. Bei Ein- und Zweifamilienhäusern gewannen die normalen Lagen 2,6 Prozent, während die bevorzugten 4,3 Prozent verloren. Und bei Mehrfamilienhäusern ist der Abstand am größten: 24,6 Prozent in normalen Stadtlagen gegenüber 3,4 Prozent in bevorzugten.
In fünf von sechs ausgewerteten Objektarten haben die normalen Stadtlagen besser abgeschnitten. Einzig bei weiterverkauften Eigentumswohnungen ist es umgekehrt, und auch dort nur knapp (7,3 gegenüber 5,9 Prozent).
Das hat handfeste Folgen. Wer ein Haus in Huchting, Hemelingen oder Osterholz besitzt, verkauft derzeit in einen Markt, der ihm entgegenkommt. Wer ein freistehendes Haus in einer Toplage anbietet, sollte umgekehrt nicht mit den Preisen von 2023 rechnen. Und wer eine Neubauwohnung in bevorzugter Lage verkauft, hat es derzeit am schwersten: Mit minus 18,6 Prozent ist das der stärkste Rückgang im ganzen Bericht.
Wonach Käufer in Bremen derzeit suchen
Die Nachfrage in Bremen ist nicht nur stabil, sie verschiebt sich auch. Wer weiß, wonach gerade gesucht wird, kann seine Immobilie gezielter positionieren – und verkauft schneller.
- Eigentumswohnungen mit Balkon oder Gartenanteil
- Einfamilienhäuser in ruhigen Stadtteilen mit guter Anbindung
- Reihenhäuser in familienfreundlichen Lagen
- Kapitalanlagen in uni-nahen Bezirken
Nach unserer Erfahrung dauert ein Verkauf in Bremen vom Auftrag bis zum Notartermin drei bis sechs Monate. In begehrten Lagen und bei realistischer Preisgestaltung geht es deutlich schneller – manchmal innerhalb weniger Wochen. Was den Zeitraum im Einzelnen bestimmt, haben wir hier ausführlich beschrieben: Wie lange dauert ein Hausverkauf in Bremen?
Was das für Ihren Preis bedeutet
Die Zahlen oben sind Durchschnitte über eine ganze Stadt oder einen ganzen Stadtteil. Für Ihre Immobilie brauchen Sie etwas Genaueres: die Objekte, die in Ihrer Straße und Ihrer Nachbarschaft zuletzt tatsächlich verkauft wurden, mit ihren Unterschieden zu Ihrem. Dazu kommen der Bodenrichtwert zum aktuellen Stichtag und die Merkmale, die keine Durchschnittsrechnung kennt – Zuschnitt, Zustand, energetischer Stand, Ausrichtung des Gartens, Lärm, Nachbarbebauung.
Achten Sie bei jedem Anbieter auf ein Detail: Nennt man Ihnen eine Zahl, ohne zu sagen, woher sie kommt? Dann fragen Sie nach. Der älteste Trick der Branche ist der zu hohe Startpreis, mit dem man den Auftrag gewinnt – und drei Monate später die erste Reduzierung vorschlägt. Wir haben ausführlich beschrieben, wie eine kostenlose Bewertung seriös funktionieren kann und woran Sie eine unseriöse erkennen.
Bei uns bekommen Sie die Einschätzung schriftlich, mit den Vergleichsfällen, auf denen sie beruht – und mit einer ehrlichen Ansage, wenn Ihre Preisvorstellung nicht trägt. Das ist gelegentlich ein unbequemes Gespräch. Es ist aber deutlich angenehmer als das Gespräch vier Monate später.
Phase 2 – Die Vorbereitung: Unterlagen und Fristen
Zwischen Ihrer Entscheidung und dem Moment, in dem die Immobilie online geht, liegen in der Regel vier bis sechs Wochen. Für viele Eigentümer fühlt sich diese Zeit an, als würde nichts passieren. Tatsächlich ist es die Phase, in der der Verkauf gewonnen oder verloren wird.
Der Engpass ist fast immer derselbe: die Bauakte. Die Einsicht in archivierte Bauakten dauert in Bremen laut amtlicher Auskunft drei bis sechs Wochen. Ohne sie fehlen Baupläne, Baugenehmigungen und der Nachweis, dass ein Anbau seinerzeit genehmigt wurde. Und ein Kaufinteressent, der nach den Bauplänen fragt und „reichen wir nach“ hört, ist in aller Regel weg.
Welche Unterlagen Sie für den Verkauf brauchen
- Grundbuchauszug – vom Grundbuchamt beim Amtsgericht; für Objekte in Bremen-Nord ist das Amtsgericht Bremen-Blumenthal zuständig
- Auszug aus der Liegenschaftskarte (Flurkarte) – vom Landesamt GeoInformation Bremen
- Baupläne, Baubeschreibung und Baugenehmigung – aus der Bauakte
- Auskunft aus dem Baulastenverzeichnis – von der unteren Bauaufsichtsbehörde; setzt den Grundbuchauszug voraus
- Aktuelle Wohnflächenberechnung und Grundrisse – aus dem Aufmaß vor Ort
- Energieausweis – wir beauftragen einen zugelassenen Aussteller, koordinieren den Termin und übernehmen die Kosten
- Nachweise über Modernisierungen – Ihre Handwerkerrechnungen
- Bei Eigentumswohnungen zusätzlich: Teilungserklärung, Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen, aktueller Wirtschaftsplan, Hausgeldabrechnung und Höhe der Instandhaltungsrücklage
- Bei vermieteten Objekten zusätzlich: Mietverträge samt Nachträgen, Nebenkostenabrechnungen, Kautionsnachweise
Den größten Teil davon holen wir für Sie – über eine schriftliche Vollmacht, die Sie uns erteilen. Das gilt auch für die Unterlagen bei der Hausverwaltung und für die Auskunft Ihrer Bank über Restschuld und Löschungsbewilligung. Nur die Vollmacht selbst brauchen wir früh, denn Einsicht in Bauakten erhalten in Bremen ausschließlich Eigentümer, Erbbauberechtigte oder ausdrücklich Bevollmächtigte. Solange sie fehlt, startet die längste Wartezeit des ganzen Prozesses nicht.
Parallel zur Ämterlaufzeit entstehen Aufmaß, Grundrisse und Energieausweis. Bei Bedarf kommen Entrümpelung und Home Staging dazu.
Was nur Sie beitragen können
Eine Sache liegt bei keinem Amt und bei keiner Verwaltung: Ihre Belege über Modernisierungen. Rechnungen für Heizung, Dach, Fenster, Elektrik, Bad. Sie sind der einzige Nachweis, dass eine Investition wirklich stattgefunden hat, und rechtfertigen im Zweifel mehrere zehntausend Euro Kaufpreis. Ein Ordner mit diesen Unterlagen ist Ihr wertvollster Beitrag zum Verkauf.
Phase 3 – Vermarktung: wie Ihre Immobilie die richtigen Menschen erreicht
Ein Objekt an den Markt zu bringen heißt zweierlei: es so zu zeigen, dass Menschen hinsehen – und es dorthin zu bringen, wo die richtigen Menschen suchen. Das erste ist Präsentation, das zweite Verbreitung.
Exposé und Bildmaterial: die Visitenkarte Ihres Verkaufs
Die meisten Kaufinteressenten sehen Ihre Immobilie zum ersten Mal auf einem Handydisplay, in einer Ergebnisliste zwischen dreißig anderen. In diesem Moment entscheiden zwei Dinge, ob sie weiterlesen: der Preis und das erste Bild. Den Preis haben Sie in Phase eins festgelegt – bleibt das Bild.
Wir setzen dabei auf:
- Weitwinkelaufnahmen, weil sie die tatsächliche Raumwirkung zeigen
- Drohnenperspektiven für Grundstückszuschnitt und Lage im Viertel
- Modern gestaltete Exposés, die auf dem Handy genauso funktionieren wie ausgedruckt
Dazu kommt die Tageszeit: Ein Haus mit Südterrasse fotografiert man nachmittags, nicht vormittags. Solche Kleinigkeiten machen den Unterschied zwischen einem Bild, das jemanden anhält, und einem, das weggewischt wird.
Inhaltlich hat das Exposé eine einzige Aufgabe: Fragen beantworten, statt sie zu erzeugen. Baujahr, Wohn- und Grundstücksfläche, Zustand, was wann modernisiert wurde, Energiekennwert, Nebenkosten, Übergabetermin. Jede fehlende Angabe produziert entweder eine Rückfrage oder einen Absprung – und Absprünge bemerkt man erst, wenn sie sich summiert haben.
Ein Hinweis, der rechtlich zählt: Bereits in der Anzeige sind bestimmte Angaben aus dem Energieausweis Pflicht – Art des Ausweises, wesentlicher Energieträger, Baujahr, Energiekennwert und Energieeffizienzklasse. Geregelt ist das in § 87 des Gebäudemodernisierungsgesetzes, das seit 2026 das frühere Gebäudeenergiegesetz ablöst. Fehlen die Angaben, ist das eine Ordnungswidrigkeit und zugleich ein Abmahnrisiko.
Für wen Sie eigentlich schreiben
Ein Exposé, das alle ansprechen soll, spricht niemanden an. Je nach Objektart kommen völlig unterschiedliche Käufergruppen in Frage – und das gehört sich im Text widerzuspiegeln:
- Eigentumswohnung – Singles, Paare und Kapitalanleger
- Reihenhaus – Familien
- Einfamilienhaus – Familien und Käufer mit langfristiger Lebensplanung
- Vermietete Immobilie – Investoren
Der Unterschied ist konkret: Eine Familie möchte den Schulweg und den Garten sehen, ein Kapitalanleger die Mietrendite und die Instandhaltungsrücklage. Dieselbe Immobilie, unterschiedlich erzählt, erreicht völlig verschiedene Ergebnisse.
Wo Ihre Immobilie sichtbar wird
Ein gutes Exposé nützt wenig, wenn es die Falschen sehen. Deshalb kombinieren wir Online- und Offline-Kanäle – und starten nicht bei den Portalen, sondern bei den Menschen, die uns bereits gesagt haben, wonach sie suchen.
Online:
- Newsletter an vorgemerkte Interessenten – oft noch vor der Veröffentlichung
- Platzierung auf den Premium-Portalen
- Zielgruppengenaue Social-Media-Werbung
- Videoanzeigen und virtuelle Rundgänge
- Auffindbarkeit über Google
Offline:
- Nachbarschaftsmarketing
- Objektbeschilderung
- Lokale Anzeigen
- Flyer und Aushänge im Viertel
Dass die Kartei am Anfang steht, hat einen einfachen Grund: In gefragten Lagen ist ein Objekt gelegentlich verkauft, bevor es überhaupt in einem Portal erscheint. Und das Nachbarschaftsmarketing wird gerade in Bremen unterschätzt – ein großer Teil der Käufer kommt aus dem Viertel selbst oder wird von jemandem aus dem Viertel auf das Objekt aufmerksam gemacht.
Phase 4 – Besichtigungen
Eine Besichtigung ist mehr als ein Rundgang – sie ist oft der Moment, in dem die Kaufentscheidung fällt. Deshalb bereiten wir jeden Termin vor:
- Vorauswahl qualifizierter Interessenten, damit Sie nicht für Besichtigungstourismus das Haus auf Hochglanz bringen
- Einzel- oder Sammeltermine, je nach Objekt und Strategie
- Optimale Präsentation – Licht, Lüften, Reihenfolge der Räume
- Professionelle Gesprächsführung, damit heikle Fragen sachlich beantwortet werden
Die Vorauswahl ist dabei wichtiger, als sie klingt. Vor der Terminvergabe klären wir, ob eine Finanzierung überhaupt plausibel ist – noch ohne Nachweis, aber im Gespräch. Das reduziert die Zahl der Termine spürbar und erhöht den Anteil derer, die tatsächlich kaufen können. Eine ruhige, vertrauensvolle Atmosphäre tut den Rest.
Die Fragen, die in Bremen fast immer kommen
Weil man diese Fragen besser vorher kennt als in dem Moment, in dem sie gestellt werden:
- „Wie alt ist die Heizung, und was kommt da auf mich zu?“ Seit der Diskussion um Heizungstausch und energetische Sanierung ist das oft die allererste Frage. Wer Baujahr, Typ und den letzten Wartungsbericht parat hat, wirkt souverän. Wer ausweicht, weckt Misstrauen.
- „Ist der Keller trocken?“ Bremen liegt in der Marsch, in vielen Lagen steht das Grundwasser hoch. Käufer wissen das und fragen gezielt danach – eine ehrliche Antwort samt Erklärung, was wann gemacht wurde, ist hier mehr wert als jede Beschwichtigung.
- „Warum verkaufen Sie?“ Die häufigste Frage überhaupt, und diejenige, bei der die meisten Eigentümer ins Schlingern geraten. Eine ruhige, wahre Antwort nimmt sofort Spannung heraus.
- „Wie sind die Nachbarn?“ Klingt harmlos, ist aber oft kaufentscheidend – besonders bei Reihen- und Doppelhäusern.
- Bei Eigentumswohnungen: „Wie hoch ist die Rücklage, und was ist beschlossen?“ Eine anstehende Fassaden- oder Dachsanierung kann fünfstellig auf den Käufer zukommen. Wer das offen auf den Tisch legt, verhandelt am Ende ruhiger als jemand, dessen Protokolle es später ans Licht bringen.
Der letzte Punkt gilt allgemein: Mängel gehören offengelegt. Der übliche Haftungsausschluss im Kaufvertrag – „gekauft wie besichtigt“ – greift nicht, wenn ein Mangel arglistig verschwiegen wurde (§ 444 BGB). Ein verschwiegener Feuchtigkeitsschaden kann Jahre später zur Rückabwicklung führen. Offen angesprochen kostet er meist ein paar tausend Euro Verhandlungsspielraum. Die Rechnung geht immer zugunsten der Offenheit aus.
Phase 5 – Die Verhandlung: woran Sie ein Angebot erkennen, das hält
Die Bremer Mentalität gilt als direkt, fair und lösungsorientiert – und das prägt auch die Verhandlungen. In stark nachgefragten Gebieten kommen Angebote oft schnell und ohne großes Taktieren.
Wenn das erste Angebot kommt, ist die Versuchung groß, auf die Zahl zu schauen und sonst nichts. Genau hier gehen Verkäufe schief – nicht weil zu wenig geboten wird, sondern weil das höchste Gebot nicht immer das sicherste ist.
Ein Angebot ist so viel wert wie die Finanzierung dahinter. Was vor der Besichtigung als Plausibilitätsfrage genügt hat, muss jetzt schriftlich vorliegen: Zwischen einer „grundsätzlichen Zusage“ der Hausbank und einer verbindlichen Finanzierungsbestätigung liegen Welten – und meist zwei bis vier Wochen. Platzt die Finanzierung nach der Beurkundung, stehen Sie mit einem gültigen Vertrag da, aber ohne Geld, und die Rückabwicklung kostet Zeit und Notargebühren. Wir lassen uns deshalb einen belastbaren Nachweis zeigen, bevor wir einen Kaufvertragsentwurf beim Notar in Auftrag geben.
Wie viel Spielraum realistisch ist, hängt stark von Lage und Zustand ab. Nach unserer Erfahrung bewegen sich die Verhandlungen in Bremen in diesen Bandbreiten:
- 3 bis 5 Prozent in starken Lagen wie Schwachhausen oder Oberneuland
- 5 bis 8 Prozent in durchschnittlichen Wohnlagen
- 10 Prozent oder mehr bei renovierungsbedürftigen Objekten
Diese Werte sind allerdings kein Naturgesetz, sondern eine Folge dessen, was in den Wochen davor passiert ist. Wer mit einem belegbaren Preis und vollständigen Unterlagen startet, muss deutlich weniger nachgeben: In 70 bis 80 Prozent unserer Verkäufe wird der Angebotspreis erzielt oder überschritten – nicht durch härteres Verhandeln, sondern weil es nichts zu verteidigen gibt.
Wenn mehrere Interessenten bieten
Das kommt in Bremen häufiger vor, als man denkt – und wir handhaben es nach einer festen Regel, weil informelle Bieterrunden Streit und geplatzte Verträge produzieren. Alle ernsthaften Interessenten werden gleichzeitig informiert, bekommen dieselbe Frist und erfahren vorab, wonach entschieden wird: Preis, Finanzierungssicherheit und Wunschtermin. Wer den Zuschlag nicht bekommt, erhält eine Absage mit Begründung.
Das klingt nach einer Formalie, ist aber der Grund, warum bei uns selten ein Vertrag platzt. Ein Höchstgebot, das aus einer emotionalen Bieterschlacht stammt, hält der Prüfung durch die Bank des Käufers oft nicht stand.
Phase 6 – Vom Notartermin bis zum Geld auf Ihrem Konto
Sind sich beide Seiten einig, erstellt ein Notar den Kaufvertragsentwurf. Bei Verkäufen an Verbraucher muss dieser Entwurf beiden Parteien zwei Wochen vor dem Beurkundungstermin vorliegen (§ 17 Abs. 2a BeurkG) – eine Schutzfrist, die sich nicht abkürzen lässt und die man einplanen muss.
Beim Termin selbst wird der komplette Vertrag laut vorgelesen und erklärt. Das dauert je nach Umfang 45 bis 90 Minuten und wirkt auf viele Beteiligte länger, als es ist. Fragen sind ausdrücklich erwünscht; der Notar ist zur Neutralität und zur Belehrung beider Seiten verpflichtet.
Danach passiert einiges, ohne dass Sie etwas tun müssen. Der Notar lässt eine Auflassungsvormerkung für den Käufer ins Grundbuch eintragen, holt die Löschungsbewilligung Ihrer Bank ein, prüft, ob die Gemeinde auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet, und bei Eigentumswohnungen die Zustimmung des Verwalters. Erst wenn all diese Voraussetzungen vorliegen, verschickt er die Kaufpreisfälligkeitsmitteilung.
Ab da wird gezahlt – und zwar direkt: Der Käufer überweist den Teil, der Ihr Darlehen ablöst, an Ihre Bank, den Rest an Sie. Ein Notaranderkonto wird dabei heute nur noch in Ausnahmefällen genutzt. Von der Beurkundung bis zum Geldeingang vergehen in der Regel vier bis acht Wochen.
Ein Punkt, der viele überrascht: Ihr Geld ist längst da, bevor der Käufer als Eigentümer im Grundbuch steht. Die Umschreibung erfolgt erst, nachdem der Käufer die Grunderwerbsteuer bezahlt und das Finanzamt die Unbedenklichkeitsbescheinigung erteilt hat – das kann Monate dauern und ist für Sie ohne Bedeutung. Die Schlüsselübergabe findet üblicherweise am Tag der vollständigen Zahlung statt, mit Übergabeprotokoll, abgelesenen Zählerständen und vollständigen Schlüsselsätzen.
Was der Verkauf kostet – und was am Ende übrig bleibt
Beim Immobilienverkauf zahlen Käufer und Verkäufer unterschiedliche Posten. Nach § 448 Abs. 2 BGB und nach der üblichen Vertragsgestaltung trägt der Käufer die Kosten für Beurkundung und Grundbucheintragung sowie die Grunderwerbsteuer – in Bremen 5,5 Prozent, in Niedersachsen 5,0 Prozent.
Für den Verkäufer bleiben bei einer Zusammenarbeit mit uns zwei Posten: die Courtage und die Löschung eingetragener Grundschulden. Alles andere – Vermarktung, Fotos, Exposé, Energieausweis – tragen wir. Wie sich das zusammenrechnet, zeigt ein Beispiel: ein Reihenhaus zum Bremer Durchschnittspreis von 303.000 Euro, mit einem Restdarlehen von 120.000 Euro.
| Position | Betrag | Anmerkung |
|---|---|---|
| Kaufpreis | 303.000 € | Bremer Durchschnitt für Reihenhäuser 2025 |
| Maklercourtage | − 10.817 € | 3,57 % inklusive Mehrwertsteuer; dieselbe Summe zahlt der Käufer |
| Energieausweis | 0 € | In der Zusammenarbeit mit uns übernehmen wir die Kosten; beim Privatverkauf 80 bis 350 € |
| Löschung der Grundschuld | − 400 € | Notar- und Grundbuchgebühr, abhängig von der Höhe der eingetragenen Grundschuld |
| Ablösung des Darlehens | − 120.000 € | geht direkt an Ihre Bank |
| Auszahlung an Sie | 171.783 € | vier bis acht Wochen nach dem Notartermin |
Ist die Immobilie abbezahlt, bleiben von denselben 303.000 Euro rund 291.800 Euro. Die Nebenkosten des Verkaufs liegen dann bei etwa 3,7 Prozent – deutlich weniger, als die meisten Eigentümer befürchten.
Wer die Vermarktung bezahlt
Vermarktung kostet Geld, unabhängig davon, wer verkauft. Realistische Budgets in Bremen:
- Online-Inserate: 200 bis 500 €
- Zeitungsannoncen: 300 bis 800 €
- Professionelle Fotografie: 350 bis 700 €
- Drohnenaufnahmen: 200 bis 500 €
- Virtuelle Rundgänge: 300 bis 600 €
In der Summe sind das schnell 1.500 bis 3.000 Euro, dazu der Energieausweis und die Gebühren für die Unterlagen. Wer privat verkauft, zahlt das aus eigener Tasche – und zwar auch dann, wenn am Ende kein Käufer gefunden wird. Die Vorleistung ist dann verloren.
Bei einer Zusammenarbeit mit uns entfällt das vollständig. Fotografie, Drohnenaufnahmen, Exposé, Inserate, virtuelle Rundgänge und Energieausweis tragen wir – unabhängig davon, wie lange die Vermarktung dauert, und unabhängig davon, ob es am Ende zum Verkauf kommt. Sie zahlen ausschließlich im Erfolgsfall, und zwar die Courtage.
Die liegt in Bremen in der Regel bei 7,14 Prozent insgesamt und wird hälftig zwischen Käufer und Verkäufer geteilt – bei uns also 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer je Seite. Diese Teilung ist beim Verkauf von Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen an Verbraucher gesetzlich vorgeschrieben (§§ 656c und 656d BGB), und der Maklervertrag bedarf der Textform (§ 656a BGB) – eine mündliche Zusage ist unwirksam. Woran Sie einen Anbieter erkennen, bei dem das Verhältnis von Leistung und Courtage stimmt, haben wir hier beschrieben: Wie finde ich den richtigen Makler in Bremen?
Welche Steuern beim Verkauf anfallen
Haben Sie die Immobilie selbst bewohnt – im Verkaufsjahr und in den beiden Jahren davor –, ist ein Gewinn steuerfrei. War sie vermietet und liegt der Kauf weniger als zehn Jahre zurück, ist der Gewinn zu versteuern (§ 23 EStG). Das kann die mit Abstand größte Position der ganzen Rechnung sein und ist der einzige Punkt, an dem sich das Warten auf einen Stichtag rechnen kann. Klären Sie ihn mit Ihrem Steuerberater, bevor Sie vermarkten – nicht danach.
Die Vorfälligkeitsentschädigung – aktuell meist kein Thema
Sie entsteht nur, wenn Ihre Bank durch die vorzeitige Rückzahlung einen Zinsschaden hat. Wer sein Darlehen zwischen 2015 und 2021 zu ein bis zwei Prozent abgeschlossen hat, verschafft der Bank durch die Ablösung heute eher einen Vorteil, weil sie das Geld zu höheren Zinsen neu ausleihen kann. Lassen Sie sich die Summe trotzdem vorab schriftlich nennen. Und falls Ihr Darlehen bereits länger als zehn Jahre läuft: Dann können Sie es mit sechs Monaten Frist kündigen, ganz ohne Entschädigung (§ 489 BGB). Von sich aus erwähnt das kaum eine Bank.
Die fünf teuersten Fehler – eine Checkliste zum Mitnehmen
Wenn Sie aus diesem Beitrag fünf Punkte mitnehmen, dann diese. Jeder davon kündigt sich an, und jeder ist vermeidbar.
- Ein Preis ohne Grundlage. Er verlängert nicht nur die Vermarktung, er senkt am Ende den Erlös. Warnzeichen: In den ersten beiden Wochen kommen kaum ernsthafte Anfragen.
- Veröffentlichen, bevor die Unterlagen da sind. Bei drei bis sechs Wochen Wartezeit auf die Bauakte ist „reichen wir nach“ keine Option. Warnzeichen: Das Objekt ist online, der Antrag beim Bauaktenarchiv noch nicht gestellt.
- Ein Angebot ohne belastbare Finanzierung annehmen. Warnzeichen: Der Interessent legt keinen Nachweis vor, sondern spricht von einer grundsätzlichen Zusage seiner Bank.
- Einen Mangel verschweigen. Die teuerste Entscheidung im ganzen Prozess, weil sie noch Jahre später zur Rückabwicklung führen kann. Warnzeichen: Es gibt einen Punkt am Objekt, über den Sie im Verkaufsgespräch nicht sprechen möchten.
- Zu spät reduzieren. Wer erst nach vier Monaten den Preis anpasst, verhandelt aus der Defensive und landet meist unter dem Wert. Warnzeichen: Die Besichtigungsanfragen sind seit Wochen versiegt.
Warum Stripling Immobilien der richtige Partner für Ihren Verkauf in Bremen ist
Ein Immobilienverkauf in Bremen kann sehr gut ausgehen – oder sehr zäh werden. Preisentwicklung, Nachfrage im Stadtteil, rechtliche Anforderungen und die Qualität der Vermarktung entscheiden darüber, und zwar überwiegend in den ersten Wochen.
Wir begleiten Eigentümer mit lokaler Marktkenntnis und klaren Abläufen durch jeden Schritt: von der realistischen Wertermittlung über die vollständige Unterlagenbeschaffung und das professionelle Exposé bis zur sicheren Abwicklung beim Notar. Stand August 2026 sind das über 190 begleitete Verkäufe und im Mittel drei Monate vom Ersttermin bis zum Notartermin.
Wie sich das anfühlt, beschreiben unsere Kunden besser, als wir es könnten:
„Danach haben wir Herrn Stripling kennengelernt und er konnte uns schnell aufzeigen, welcher Preis der richtige ist. Letztendlich wurde unsere Eigentumswohnung zu exakt dem Preis verkauft, den Herr Stripling analysiert hatte. Hätten wir schon früher einen Experten wie Herrn Stripling an unserer Seite gehabt, hätten wir uns viel Zeit gespart. Kompetent in der Immobilienbewertung, schnelle und zuverlässige Kommunikation und außergewöhnliche gute Verkaufsmaterialien.“ – Sailor Q (Quelle: Google)
„Schnelle seriöse Abwicklung. Alle Unterlagen, bis hin zur vollständigen Bauakte, lagen ohne Nachfrage vor.“ – S. Rosen (Quelle: Google)
Der sinnvollste erste Schritt ist eine ehrliche Einschätzung dessen, was Ihre Immobilie heute wert ist – kostenlos, unverbindlich und schriftlich, mit den Vergleichsfällen, auf denen sie beruht: Immobilienbewertung Bremen. Wie wir einen Verkauf im Einzelnen begleiten, lesen Sie auf der Seite Immobilie verkaufen in Bremen.
FAQ – Alle Fragen rund um den Immobilienverkauf in Bremen
Wie läuft ein Immobilienverkauf in Bremen ab?
Was bleibt beim Hausverkauf am Ende für mich übrig?
Von einem Verkaufspreis von 303.000 Euro – dem Bremer Durchschnitt für Reihenhäuser im Jahr 2025 – bleiben rund 291.800 Euro, wenn die Immobilie abbezahlt ist. Abgezogen werden die Maklercourtage von 10.817 Euro und rund 400 Euro für die Löschung der Grundschuld. Die Nebenkosten des Verkaufs liegen damit bei etwa 3,7 Prozent.
Läuft noch ein Darlehen, wird die Restschuld bei Fälligkeit direkt an Ihre Bank überwiesen. Bei 120.000 Euro Restschuld kämen im Beispiel 171.783 Euro bei Ihnen an. Notarkosten, Grundbucheintrag und Grunderwerbsteuer tauchen in dieser Rechnung nicht auf – die trägt der Käufer.
Muss ich vor dem Verkauf noch renovieren?
Eine vollständige Sanierung vor dem Verkauf rechnet sich fast nie – die Kosten liegen in aller Regel über dem Mehrerlös, und Käufer möchten ohnehin nach eigenem Geschmack gestalten. Renovierungsbedürftige Objekte werden in Bremen allerdings mit 10 Prozent Nachlass und mehr gehandelt, das sollte man einkalkulieren.
Was sich dagegen fast immer lohnt, sind Kleinigkeiten: entrümpeln, gründlich putzen, defekte Kleinteile reparieren, kahle Räume möblieren. Diese Maßnahmen kosten wenig und wirken stark auf den Fotos. Wo Räume leer oder überfüllt wirken, ist Home Staging die günstigere Alternative zur Renovierung.
Welche Unterlagen benötige ich für den Verkauf meiner Immobilie in Bremen?
Notwendig sind Grundbuchauszug, Auszug aus der Liegenschaftskarte, Baupläne und Baugenehmigung aus der Bauakte, Auskunft aus dem Baulastenverzeichnis, eine aktuelle Wohnflächenberechnung mit Grundrissen sowie der Energieausweis. Dazu kommen Ihre Nachweise über Modernisierungen – Rechnungen für Heizung, Dach, Fenster oder Elektrik.
Bei Eigentumswohnungen zusätzlich: Teilungserklärung, Protokolle der letzten drei Eigentümerversammlungen, Wirtschaftsplan, Hausgeldabrechnung und die Höhe der Instandhaltungsrücklage. Bei vermieteten Objekten Mietverträge, Nebenkostenabrechnungen und Kautionsnachweise.
Wie lange dauert es, in Bremen die Bauakte zu bekommen?
Die Einsicht in archivierte Bauakten dauert in Bremen laut amtlicher Dienstleistungsbeschreibung drei bis sechs Wochen. Der Antrag läuft über das Onlineportal der Senatorin für Bau, Mobilität und Stadtentwicklung und kostet 52 Euro inklusive der ersten 10 MB.
Einsicht erhalten ausschließlich Eigentümer, Erbbauberechtigte oder ausdrücklich Bevollmächtigte. Soll ein Makler den Antrag stellen, braucht er eine schriftliche Vollmacht. Weil die Bauakte der Engpass im gesamten Zeitplan ist, sollte dieser Antrag als erster gestellt werden – nicht erst, wenn ein Kaufinteressent nach den Bauplänen fragt.
Wer zahlt beim Immobilienverkauf den Notar – Käufer oder Verkäufer?
Der Käufer. Nach § 448 Abs. 2 BGB und nach der üblichen Vertragsgestaltung trägt er die Kosten für die Beurkundung des Kaufvertrags, die Auflassung und die Eintragung ins Grundbuch. Ebenso die Grunderwerbsteuer, die in Bremen seit dem 1. Juli 2025 bei 5,5 Prozent liegt und in Niedersachsen bei 5,0 Prozent.
Der Verkäufer zahlt vom Notar nur die Löschung eingetragener Grundschulden.
Welche Kosten trägt der Verkäufer beim Immobilienverkauf in Bremen?
Bei einer Zusammenarbeit mit Stripling Immobilien sind es zwei Posten: die Courtage von 3,57 Prozent inklusive Mehrwertsteuer und die Löschung eingetragener Grundschulden. Vermarktung, Fotografie, Drohnenaufnahmen, Exposé, Inserate, Energieausweis und sämtliche Amtsgebühren für die Unterlagen tragen wir – unabhängig davon, ob es am Ende zum Verkauf kommt.
Wer privat verkauft, trägt diese Kosten selbst: rund 1.500 bis 3.000 Euro Vermarktungsbudget, 80 bis 350 Euro für den Energieausweis und rund 130 Euro Amtsgebühren. Diese Vorleistung ist verloren, wenn kein Käufer gefunden wird.
Welche Steuern fallen beim Immobilienverkauf an?
Für den Verkäufer kann Einkommensteuer auf den Veräußerungsgewinn anfallen. Nach § 23 EStG ist der Gewinn steuerfrei, wenn zwischen Anschaffung und Verkauf mehr als zehn Jahre liegen. Unabhängig von dieser Frist ist er auch dann steuerfrei, wenn die Immobilie im Jahr des Verkaufs und in den beiden vorangegangenen Jahren zu eigenen Wohnzwecken genutzt wurde.
War die Immobilie vermietet und liegt der Kauf weniger als zehn Jahre zurück, ist der Gewinn zu versteuern – das kann die größte Einzelposition des gesamten Verkaufs sein. Klären Sie diesen Punkt mit Ihrem Steuerberater, bevor Sie vermarkten. Die Grunderwerbsteuer zahlt der Käufer.
Muss ich eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen, wenn ich vor Ablauf der Zinsbindung verkaufe?
Nicht zwangsläufig, und derzeit ist es meist kein Thema. Eine Vorfälligkeitsentschädigung entsteht nur, wenn die Bank durch die vorzeitige Rückzahlung einen Zinsschaden hat. Wer sein Darlehen zwischen 2015 und 2021 zu ein bis zwei Prozent abgeschlossen hat, verschafft der Bank durch die Ablösung heute eher einen Vorteil, weil sie das Geld zu höheren Zinsen neu ausleihen kann.
Läuft Ihr Darlehen bereits länger als zehn Jahre, können Sie es nach § 489 BGB mit sechsmonatiger Frist kündigen – ganz ohne Entschädigung. Von sich aus erwähnt das kaum eine Bank. Lassen Sie sich die Summe vor der Vermarktung schriftlich nennen.
Wie viel Verhandlungsspielraum gibt es typischerweise in Bremen?
Nach unserer Erfahrung liegt der Spielraum bei 3 bis 5 Prozent in starken Lagen wie Schwachhausen oder Oberneuland, bei 5 bis 8 Prozent in durchschnittlichen Wohnlagen und bei 10 Prozent oder mehr bei renovierungsbedürftigen Objekten.
Diese Werte sind aber keine feste Größe, sondern eine Folge der Vorbereitung. Wer mit einem belegbaren Preis und vollständigen Unterlagen startet, muss deutlich weniger nachgeben: In 70 Prozent unserer Verkäufe wird der Angebotspreis erzielt oder überschritten. Je länger eine Immobilie steht, desto größer wird der Nachlass, den Interessenten erwarten.
Was gilt als versteckter Mangel, und was muss ich offenlegen?
Ein versteckter Mangel ist ein Schaden, den ein Käufer bei einer normalen Besichtigung nicht erkennen kann: Feuchtigkeit hinter Verkleidungen, Schwamm- oder Holzschäden, verdeckte Bauschäden, defekte Leitungen, Altlasten im Boden. Auch rechtliche Belastungen wie Wegerechte oder Baulasten gehören dazu.
Der übliche Haftungsausschluss im Kaufvertrag – „gekauft wie besichtigt“ – greift nach § 444 BGB nicht, wenn ein Mangel arglistig verschwiegen wurde. Die Folge kann noch Jahre später Rückabwicklung oder Schadensersatz sein. Offen angesprochen kostet ein Mangel meist ein paar tausend Euro Verhandlungsspielraum – das ist die deutlich günstigere Variante.
Wie läuft der Notartermin ab?
Beim Termin wird der vollständige Kaufvertrag laut vorgelesen und erklärt. Das dauert je nach Umfang 45 bis 90 Minuten. Der Notar ist zur Neutralität und zur Belehrung beider Seiten verpflichtet, Fragen sind ausdrücklich erwünscht. Erst mit der Unterschrift beider Parteien ist der Verkauf rechtswirksam.
Wichtig ist die Frist davor: Bei Verkäufen an Verbraucher muss der Kaufvertragsentwurf beiden Seiten zwei Wochen vor dem Beurkundungstermin vorliegen (§ 17 Abs. 2a BeurkG). Diese Schutzfrist lässt sich nicht abkürzen und gehört in die Zeitplanung.
Wann bekomme ich beim Hausverkauf mein Geld?
In der Regel vier bis acht Wochen nach dem Notartermin. Nach der Beurkundung lässt der Notar die Auflassungsvormerkung eintragen, holt die Löschungsbewilligung Ihrer Bank ein und prüft, ob die Gemeinde auf ihr Vorkaufsrecht verzichtet. Erst wenn alle Voraussetzungen vorliegen, verschickt er die Kaufpreisfälligkeitsmitteilung.
Gezahlt wird dann direkt: Der Käufer überweist den Teil, der Ihr Darlehen ablöst, an Ihre Bank, den Rest an Sie. Ein Notaranderkonto wird heute nur noch in Ausnahmefällen genutzt. Ihr Geld ist übrigens längst da, bevor der Käufer als Eigentümer im Grundbuch steht – die Umschreibung erfolgt erst nach Zahlung der Grunderwerbsteuer und kann Monate dauern.
Was darf ich beim Hausverkauf mitnehmen?
Alles, was nicht fest mit dem Gebäude verbunden ist, gehört Ihnen: Möbel, Lampen, Gartengeräte, oft auch Markise, Gartenhaus oder Kaminofen. Einbauküchen können mitgenommen oder gesondert verkauft werden – das gehört in den Kaufvertrag.
Entscheidend ist, dass die Regelung vor der Vermarktung feststeht. Was im Exposé abgebildet ist, erwartet der Käufer beim Einzug vorzufinden. Streit über die Einbauküche kurz vor der Übergabe ist einer der häufigsten vermeidbaren Konflikte – und er entsteht fast immer daraus, dass niemand es vorher aufgeschrieben hat.
Quellen
- Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Bremen: Grundstücksmarktbericht Bremen 2026, Berichtsjahr 2025 (November 2024 bis Oktober 2025). Grundlage sämtlicher Marktzahlen dieses Beitrags: Kaufvertragszahlen, Geldumsatz, Durchschnittspreise nach Objektart, die Stadtteiltabelle für Reihenhäuser und der Vergleich zwischen bevorzugten Wohnlagen und normalen Stadtlagen. Ausgewertet werden beurkundete Kaufpreise aus der Kaufpreissammlung nach § 195 BauGB, nicht Angebotspreise aus Portalen.
- Freie Hansestadt Bremen, Onlinedienste: Einsicht in archivierte Bauakten. Belegt die Bearbeitungszeit von drei bis sechs Wochen und die Beschränkung des Zugangs auf Eigentümer, Erbbauberechtigte und Bevollmächtigte.
- Amtsgericht Bremen und Amtsgericht Bremen-Blumenthal: Grundbuchauszug beantragen. Belegt die Zuständigkeit für Bremen-Nord und die Gebühren von 10 Euro (unbeglaubigt) beziehungsweise 20 Euro (beglaubigt).
- Landesamt GeoInformation Bremen: Auszug aus der Liegenschaftskarte, 50 Euro je Auszug.
- Untere Bauaufsichtsbehörde Bremen: Auskunft aus dem Baulastenverzeichnis, Grundgebühr 17 Euro. Diese vier Gebühren ergeben zusammen die im Beitrag genannten rund 130 Euro.
- Senatspressestelle der Freien Hansestadt Bremen: Erhöhung der Grunderwerbsteuer auf 5,5 Prozent zum 1. Juli 2025.
- Immobilienverkauf Thun – Ihr Leitfaden für einen erfolgreichen Immobilienverkauf rund um Thun, Von Stephan Schenk · 2025, ISBN: 9783758342837, 375834283X
- Erfolgreicher Immobilienverkauf – Ihr Ratgeber für eine fundierte Entscheidung, Von Stephan Schenk · 2025, ISBN: 9783758336706, 3758336708
- Immobilienverkauf Aktuell – Das Handbuch, Von Stephan Probst · 2006, ISBN: 9783000179327, 3000179321
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