Die Lage ist ausschlaggebend für den Preis
Kaum ein Faktor beeinflusst den Preis und die Wertentwicklung einer Immobilie so stark wie ihre Lage. In Bremen liegen zwischen den Stadtteilen teilweise mehr als 2.000 Euro pro Quadratmeter Unterschied. Zu den gefragtesten und teuersten Vierteln zählen zum Beispiel Schwachhausen und das Steintor-Viertel. Wer mehr Quadratmeter fürs Geld möchte, sollte Richtung Bremen Nord Ausschau halten.
Wichtig für die Kaufentscheidung ist allerdings nicht nur der Preis. Es gibt viele weitere Kriterien, die darüber entscheiden, ob eine Immobilie zum eigenen Leben passt. Wie ist die Anbindung an den ÖPNV oder die Autobahn? Gibt es Kitas, Schulen und Ärzte in der Nähe? Wie sind die Einkaufsmöglichkeiten? Darüber sollten Sie sich informieren. Ein kurzer Blick in den örtlichen Bebauungsplan verrät zudem, ob in der Nachbarschaft neue Bauprojekte oder Straßen geplant sind.
Bausubstanz und Zustand einschätzen
Ein günstiger Preis kann teuer werden, wenn umfangreiche Sanierungen anstehen. Bremens charmante Altbremer Häuser sind zwar beliebt, doch nicht alle wurden gut instandgehalten und können daher hohe Folgekosten bergen.
Achten Sie vor allem auf Dach, Fassade, Fenster, Heizung und Elektrik. Der Energieausweis gibt einen ersten Hinweis auf den energetischen Zustand und die zu erwartenden Heizkosten. Wer unsicher ist, sollte vor dem Kauf einen unabhängigen Bausachverständigen hinzuziehen. Die Kosten dafür sind gut investiert, wenn sie versteckte Mängel aufdecken.
Die Finanzierung sollte realistisch sein
Vor der Immobiliensuche sollte die Finanzierung stehen. Klären Sie mit Ihrer Bank frühzeitig, welchen Kaufpreis Sie realistisch bezahlen können und lassen Sie sich dies bestätigen. Das verbessert Ihre Position, wenn die Konkurrenz bei einem attraktiven Objekt groß ist.
Als Faustregel nennen viele Banken Folgendes: Sie sollten mindestens die Nebenkosten und 20 Prozent des Kaufpreises idealerweise durch Eigenkapital abdecken können. Prüfen Sie gegebenenfalls auch zinsgünstige Darlehen und Zuschüsse zum Beispiel von der KfW, etwa für energieeffizientes Bauen und Sanieren. Diese können die monatliche Belastung spürbar reduzieren.
Wichtige Dokumente
Vor der Beurkundung lohnt sich ein Blick ins Grundbuch. Dort steht, wer Eigentümer ist und ob Belastungen wie Wegerechte, Grundschulden oder Wohnrechte eingetragen sind. Bei Eigentumswohnungen sind zusätzlich die Teilungserklärung, die Protokolle der Eigentümerversammlungen und die Höhe der Instandhaltungsrücklage aufschlussreich. Sie zeigen, wie gut die Gemeinschaft wirtschaftet und ob größere Sanierungen anstehen.
Lassen Sie sich mit der Prüfung des Kaufvertragsentwurfs ausreichend Zeit. Sie haben Anspruch darauf, ihn mindestens 14 Tage vor dem Notartermin zu erhalten. Nutzen Sie diese Frist, um alle Punkte in Ruhe zu prüfen oder prüfen zu lassen.
Der Makler des Verkäufers – auch für Käufer von Vorteil
In den meisten Fällen begegnen Käufer einem Makler, der bereits vom Verkäufer beauftragt wurde. Sein Vertrag besteht mit der Verkäuferseite, trotzdem profitieren Sie als Käufer erheblich von einem seriösen Makler und dürfen einiges von ihm erwarten.
Ein guter Makler stellt Ihnen vollständige und korrekte Unterlagen bereit. Er beantwortet Ihre Fragen ehrlich und darf bekannte Mängel nicht verschweigen. Für falsche oder unterlassene Angaben haftet er sogar. Diese Aufklärungspflicht gilt ausdrücklich auch gegenüber dem Käufer, obwohl der Makler für den Verkäufer tätig ist.
Und auch ganz praktisch nimmt ein Makler Ihnen als Käufer viel ab. Sie dürfen eine professionell organisierte Besichtigung, schnelle Rückmeldungen und die gesamte Koordination bis zum Notartermin von ihm erwarten.
Bei der Preisverhandlung vertritt der Makler zwar zunächst die Interessen des Verkäufers, ein seriöser Makler tritt Ihnen aber dennoch fair und transparent gegenüber. Der zufriedene Käufer von heute ist schließlich häufig der Verkäufer von morgen.
Die Aufteilung der Maklerprovision ist vom Gesetz vorgeschrieben. Beim Kauf eines Einfamilienhauses oder einer Eigentumswohnung durch Privatpersonen gilt der Halbteilungsgrundsatz gemäß § 656c BGB. Das bedeutet, Käufer und Verkäufer teilen sich die Maklercourtage. Sie zahlen als Käufer höchstens denselben Anteil wie der Verkäufer. Fragen Sie die genaue Höhe am besten schon vor der Besichtigung ab.
Fazit: Gute Vorbereitung lohnt sich
Bremen bietet Käufern viele verschiedene Möglichkeiten. Die Stadtteile sind facettenreich, es gibt zahlreiche Altbauten, aber auch viele neuere Immobilien stehen regelmäßig zum Verkauf. Wer genau weiß, welche Ansprüche die Immobilie erfüllen soll, kommt schneller zum Ziel. Außerdem sollten Sie nicht auf den Preis allein schauen, es kommt auf das Gesamtbild an – ein Makler ist auch für Käufer eine wertvolle Unterstützung.
Sind Sie auf der Suche nach einer Immobilie in Bremen und Umgebung? Nehmen Sie Kontakt zu uns auf, damit wir Sie in unsere Interessentenliste aufnehmen können.
Häufige Fragen:
Wie finde ich das passende Objekt in Bremen?
Definieren Sie zuerst Budget, Lage und die Kriterien, die eine Immobilie auf jeden Fall erfüllen muss. So können Sie fokussierter auf die Suche gehen. Lassen Sie sich auch von renommierten Immobilienmaklern auf ihre Interessentenliste setzen, denn so gehören Sie zu den ersten, die über neue Objekte informiert werden.
Sollte ich vor dem Kauf einen Gutachter beauftragen?
Bei älteren Häusern oder einem unklaren Sanierungsstand lohnt sich ein unabhängiger Bausachverständiger fast immer. Er deckt versteckte Mängel auf, bevor sie teuer werden.
Welche Aufgaben hat der Notar?
Der Notar ist zur Neutralität verpflichtet und begleitet den rechtlichen Teil des Kaufs. Er setzt den Kaufvertrag auf, verliest ihn beim Notartermin und erklärt beiden Seiten die wichtigsten Punkte. Anschließend beurkundet er den Vertrag und veranlasst die Auflassungsvormerkung im Grundbuch. Außerdem überwacht er, dass die vereinbarten Zahlungsvoraussetzungen erfüllt sind. Am Ende sorgt er für die Eigentumsumschreibung.
Was der Notar nicht übernimmt, ist die Bewertung von Preis oder Zustand der Immobilie – diese Prüfung liegt bei Ihnen, Ihrem Makler und gegebenenfalls einem Gutachter.








