Vorteile eines privaten Immobilienverkaufs
Der offensichtlichste Vorteil ist die gesparte Maklerprovision. Hinzu kommt die volle Kontrolle über jeden Schritt. Diese direkte Steuerung lohnt sich vor allem, wenn Sie schon einen konkreten Käufer in Aussicht haben wie etwa aus dem familiären Umfeld oder der Nachbarschaft. In anderen Fällen muss etwas mehr Aufwand betrieben werden.
Um eine Immobilie erfolgreich privat zu verkaufen, sollten diese Voraussetzungen erfüllt sein:
- Sie haben Zeit für Anfragen, Besichtigungen und Behördengänge.
- Sie kennen den aktuellen Bremer Immobilienmarkt aus eigener Erfahrung.
- Sie sind verhandlungssicher und können auch unangenehme Gespräche führen.
- Sie können rechtliche Pflichten wie Aufklärungs- und Informationspflichten sicher einschätzen.
- Sie können professionelle Unterlagen erstellen oder erstellen lassen, wie Exposé, maßstabsgetreue Grundrisse oder einen gültigen Energieausweis.
Trifft das alles zu, kann der Eigenverkauf funktionieren. Wichtig ist außerdem, dass Sie den Marktwert realistisch einschätzen können. Wer zu niedrig anbietet, verschenkt Geld. Wer zu hoch ansetzt, bleibt auf der Immobilie sitzen und verliert das Vertrauen bei Interessenten.
Vorteile beim Verkauf über einen Immobilienmakler
Ein erfahrener Makler bringt im Gegensatz zu den meisten Privatverkäufern wichtige Fachkenntnisse mit. So kann er den korrekten Marktwert ermitteln, indem er unter anderem Zustand und Lage der Immobilie berücksichtigt. Diese Kenntnis fließt in die Preisfindung ein und entscheidet oft darüber, ob Ihre Immobilie nach Wochen, Monaten oder Jahren verkauft wird.
Auch bei der Vermarktung zeigt sich ein Unterschied. Für einen Makler, der sein Handwerk versteht, gehören professionelle Fotos, aussagekräftige Exposés und die gezielte Bewerbung auf den passenden Portalen zum Arbeitsalltag. Des Weiteren hat er in der Regel Zugriff auf eine bestehende Käuferdatei. Das alles vergrößert die Reichweite. Und statt jede Anfrage selbst zu prüfen, erhalten Sie vorqualifizierte Interessenten mit ernsthaftem Kaufinteresse.
Der vielleicht wichtigste Punkt ist die Rechtssicherheit. Verkäufer haften für arglistig verschwiegene Mängel auch Jahre nach dem Vertragsabschluss. Ein Makler kennt die Risiken, weist auf Aufklärungspflichten hin und sorgt dafür, dass alle relevanten Unterlagen rechtzeitig vorliegen. Seriöse Makler bringen zudem eine Vermögensschadenhaftpflicht mit, die im Schadensfall absichert.
Zu guter Letzt möchten wir den verhandlungstaktischen Vorteil erwähnen. Ein guter Makler agiert sachlich, kennt typische Argumente von Käufern und führt Gespräche mit Abstand. Genau dieser Abstand fehlt vielen Eigentümern, wenn es um das eigene Haus geht. Das Ergebnis ist oft ein Verkaufspreis, der spürbar über dem liegt, was Privatverkäufer durchsetzen können. In vielen Fällen gleicht der Mehrerlös die Kosten für die Provision aus.
Die beschriebenen Vorteile gelten für erfahrene und seriöse Immobilienmakler. Da es unter den Maklern teilweise erhebliche Qualitätsunterschiede gibt, sollten Sie vor der Beauftragung die Arbeitsweise und die Referenzen prüfen.
Kosten und Aufwand im Vergleich
Auf dem Papier wirkt der Privatverkauf günstiger. Wer aber alle Posten zusammenrechnet, kommt zu einem anderen Bild. Auch Privatverkäufer brauchen einen gültigen Energieausweis, oft ein Wertgutachten, professionelle Fotos und maßstabsgetreue Grundrisse. Hinzu kommen Inserate auf den großen Immobilienportalen, deren Premium-Platzierungen schnell ins Geld gehen. Wer rechtlich auf Nummer sicher gehen will, lässt den Kaufvertrag zusätzlich anwaltlich prüfen.
Beim Maklerverkauf fällt in Deutschland eine Provision an, die zwischen Käufer und Verkäufer geteilt wird. Der Verkäufer trägt mindestens 50 Prozent. Darin sind sämtliche Leistungen enthalten wie die Bewertung, Unterlagenbeschaffung, Exposéerstellung, Vermarktung, Besichtigungen, Verhandlung und Vertragsbegleitung.
Der Aufwand ist der entscheidende Punkt. Ein Privatverkauf bindet durchaus mehrere Wochen Arbeitszeit inklusive Abendterminen, Wochenend-Besichtigungen und Behördengängen. Wer berufstätig ist oder gleichzeitig umzieht, unterschätzt diesen Aufwand gewaltig. Um eine realistische Rechnung aufzustellen, genügt also der alleinige Blick auf die Provision nicht. Sie sollten sich fragen, was der Privatverkauf kostet und ob Sie die erforderliche Expertise und Zeit überhaupt haben. In vielen Fällen übersteigen die Kosten des Privatverkaufs die Summe der Maklerprovision deutlich.
Fazit
Ob es sich lohnt, privat oder über den Makler zu verkaufen, hängt von der individuellen Situation ab. Wer Zeit, Marktwissen und juristisches Verständnis mitbringt, kann durchaus auch privat erfolgreich verkaufen. Allen anderen bringt ein erfahrener und seriöser Makler messbare Vorteile. Dazu gehören bessere Vermarktung, höhere Verkaufspreise und rechtliche Absicherung. Entscheidend ist, dass Sie die echten Kosten und Risiken beider Wege gegeneinander abwägen. Nur so können Sie eine fundierte Entscheidung treffen.
Sie sind unsicher, welcher Weg für Ihre Immobilie in Bremen passt? Kontaktieren Sie uns! In einem unverbindlichen Kennenlerntermin zeigen wir Ihnen Ihre Optionen realistisch auf. Die Entscheidung liegt dann bei Ihnen.
Häufige Fragen:
Wie hoch ist die Maklerprovision in Bremen?
Die Maklerprovision in Bremen beträgt in der Regel 7,14 Prozent des Kaufpreises (inkl. MwSt.). Seit dem Provisionsteilungsgesetz von Dezember 2020 wird sie bei Wohnimmobilien zwischen Käufer und Verkäufer geteilt – der Verkäufer trägt mindestens die Hälfte. Bei Mehrfamilienhäusern, Gewerbeobjekten und unbebauten Grundstücken gilt die gesetzliche Teilung übrigens nicht. Hier sind die Konditionen vollständig frei verhandelbar.
Hafte ich auch nach dem Verkauf für Mängel?
Im Kaufvertrag wird die Sachmängelhaftung bei Bestandsimmobilien meist ausgeschlossen („gekauft wie besichtigt“). Dieser Schutz greift jedoch nicht, wenn Sie Mängel arglistig verschwiegen oder bestimmte Eigenschaften ausdrücklich zugesichert haben. In solchen Fällen sind Schadensersatzforderungen auch Jahre nach dem Verkauf möglich. Wer auf Nummer sicher gehen will, dokumentiert bekannte Mängel am besten schriftlich direkt im Kaufvertrag.
Lohnt sich ein Privatverkauf bei einer geerbten Immobilie?
Beim Verkauf aus einer Erbengemeinschaft müssen alle Miterben einem Verkauf zustimmen. Jede Verzögerung oder Uneinigkeit kann den Prozess blockieren. Für eine faire Auszahlung der Miterben braucht es zudem einen neutral ermittelten Verkehrswert. Genau hier wird der Privatverkauf schwierig, weil emotional Beteiligte selten zu objektiven Preisen kommen. Ein erfahrener Makler liefert die belastbare Bewertung, übernimmt die Kommunikation zwischen den Erben und stellt sicher, dass der Verkauf rechtssicher abgewickelt wird.








